
Krankschreibung online ohne Videocall: Was ist 2026 wirklich erlaubt?
Posts by Sara YildizJuli 25, 2026
Du fühlst dich schlecht, willst aber nicht extra beim Arzt anrufen oder vor der Kamera sitzen? Dann hast du bestimmt schon von der Krankschreibung ohne Videocall gehört. Klingt praktisch – aber ist das überhaupt erlaubt? Und worauf musst du achten, damit dein Arbeitgeber die Krankschreibung auch wirklich anerkennt?
In diesem Artikel erklären wir dir ganz einfach, wie das 2026 in Deutschland geregelt ist, wie der Ablauf funktioniert und wann sich diese Variante wirklich lohnt.
Was bedeutet “Krankschreibung ohne Videocall” überhaupt?
Normalerweise läuft eine Online-Krankschreibung so ab: Du füllst einen Fragebogen aus, sprichst kurz per Video mit einem Arzt, und danach bekommst du deine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung digital zugeschickt.
Bei der Variante ohne Videocall entfällt genau dieser Videoanruf. Du beantwortest stattdessen nur schriftliche Fragen zu deinen Symptomen. Ein Arzt prüft deine Angaben und stellt auf dieser Grundlage die Krankschreibung aus – ganz ohne Gespräch, ohne Kamera, ohne Wartezeit.
Das klingt für viele Menschen wie der bequemste Weg überhaupt. Aber es gibt klare Regeln, die du kennen solltest.
Ist das rechtlich überhaupt erlaubt?
Ja, grundsätzlich schon. Seit einigen Jahren erlaubt der Gesetzgeber in Deutschland ausdrücklich, dass Ärzte eine Krankschreibung auch ohne persönlichen oder Video-Kontakt ausstellen dürfen, solange bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Das gilt vor allem für leichte, eindeutige Beschwerden wie Erkältung, Kopfschmerzen oder Halsschmerzen.
Wichtig ist aber: Der Arzt muss trotzdem eine echte medizinische Einschätzung abgeben können. Reichen deine Angaben dafür nicht aus, kann er dich jederzeit zu einem Videocall oder einem persönlichen Termin auffordern. Eine Krankschreibung “auf Zuruf” ohne jede Prüfung gibt es also nicht – auch online nicht.
Für wie viele Tage gilt eine solche Krankschreibung?
In der Regel stellen Anbieter eine Krankschreibung ohne Videocall für ein bis drei Tage aus. Das ist bewusst so begrenzt, damit bei längeren oder schwereren Beschwerden ein echter Arztkontakt stattfindet. Brauchst du länger Ruhe, solltest du danach einen persönlichen Termin oder zumindest ein Videogespräch wahrnehmen.
Was sagt der Arbeitgeber dazu?
Das ist der Punkt, bei dem viele Menschen unsicher sind. Grundsätzlich gilt: Eine digital ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist genauso gültig wie eine, die du beim Hausarzt bekommst. Sie wird elektronisch an deine Krankenkasse übermittelt (die sogenannte eAU), und dein Arbeitgeber kann sie dort abrufen.
Trotzdem gibt es zwei Dinge, die du beachten solltest:
Frist einhalten. Du musst deinen Arbeitgeber trotzdem so früh wie möglich informieren, dass du krank bist – meistens noch am ersten Krankheitstag, auch wenn die Krankschreibung selbst erst später ausgestellt wird.
Manche Arbeitsverträge haben eigene Regeln. Einige Unternehmen verlangen etwa, dass ab dem ersten Tag eine Bescheinigung vorliegen muss. Ein kurzer Blick in deinen Arbeitsvertrag oder eine Nachfrage bei der Personalabteilung schadet nicht.
Grundsätzlich darf ein Arbeitgeber eine online ausgestellte Krankschreibung aber nicht einfach ablehnen, nur weil kein Videocall stattgefunden hat. Solange die Bescheinigung ordnungsgemäß über einen zugelassenen Anbieter ausgestellt wurde, gilt sie wie jede andere auch.
So läuft der Ablauf in der Praxis ab
- Du rufst die Webseite eines seriösen Telemedizin-Anbieters auf.
- Du füllst einen kurzen Fragebogen zu deinen Symptomen aus.
- Ein approbierter Arzt prüft deine Angaben im Hintergrund.
- Passt alles, bekommst du deine Krankschreibung meist innerhalb weniger Minuten bis Stunden digital zugeschickt.
- Die Bescheinigung wird automatisch elektronisch an deine Krankenkasse übermittelt.
Kein Wartezimmer, keine Warteschleife am Telefon, keine Kamera. Für viele ist genau das der große Vorteil.
Für welche Beschwerden eignet sich das wirklich?
Nicht jede Krankheit lässt sich schriftlich sauber einschätzen. Geeignet ist diese Variante vor allem bei:
- leichter Erkältung
- Kopf- oder Halsschmerzen
- leichten Magen-Darm-Beschwerden
- allgemeiner Erschöpfung ohne weitere Warnzeichen
Bei starken Schmerzen, hohem Fieber, ungewöhnlichen oder länger anhaltenden Symptomen ist ein Videocall oder ein persönlicher Arztbesuch die sicherere Wahl. Ein guter Anbieter wird dich in solchen Fällen ohnehin darauf hinweisen und nicht einfach durchwinken.
Wenn dir der Unterschied zwischen den verschiedenen Online-Wegen noch nicht ganz klar ist, lohnt sich ein Blick in unseren Beitrag Online-Rezept vs. Hausarztbesuch, dort erklären wir ausführlich, wann welcher Weg sinnvoll ist.
Was kostet eine Krankschreibung ohne Videocall?
Die Preise unterscheiden sich je nach Anbieter, liegen aber meistens zwischen 15 und 25 Euro. Das ist etwas mehr als eine Bescheinigung mit Videocall, da der Prüfungsaufwand für den Arzt oft ähnlich hoch ist, auch ohne persönliches Gespräch.
Wer regelmäßig auf solche Angebote zurückgreift, kann mit einem passenden Rabattcode sparen. Mit einem dr ansay gutscheincode zum Beispiel lässt sich der Preis für eine Krankschreibung oder ein Online-Rezept spürbar reduzieren, ohne dass du bei der Qualität der ärztlichen Prüfung Abstriche machen musst.
Worauf du bei der Anbieterwahl achten solltest
Nicht jeder Anbieter im Internet arbeitet gleich seriös. Bevor du deine Daten irgendwo einträgst, lohnt sich ein kurzer Check:
- Arbeitet der Anbieter mit approbierten Ärzten in Deutschland?
- Gibt es ein vollständiges Impressum und klare Datenschutzangaben?
- Werden deine Daten verschlüsselt übertragen?
- Gibt es echte Bewertungen von anderen Nutzern?
Ein seriöser Anbieter wird außerdem transparent machen, wann er dich zu einem Videocall oder persönlichen Termin weiterleitet, statt dir in jedem Fall sofort eine Krankschreibung auszustellen.
Gibt es Nachteile bei dieser Methode?
Ja, ein paar Punkte solltest du im Hinterkopf behalten:
Begrenzte Diagnosetiefe. Ohne Gespräch oder Untersuchung kann der Arzt nur auf Basis deiner schriftlichen Angaben entscheiden. Bei komplexeren Beschwerden ist das nicht ideal.
Kurze Geltungsdauer. Wie erwähnt gilt die Krankschreibung meist nur für wenige Tage.
Nicht jeder Arbeitgeber kennt das Verfahren gut. Auch wenn es rechtlich einwandfrei ist, kann es sein, dass du kurz erklären musst, wie eine eAU funktioniert, falls Rückfragen kommen.
Fazit: Praktisch, aber mit klaren Grenzen
Eine Krankschreibung online ohne Videocall ist 2026 in Deutschland grundsätzlich erlaubt und für leichte, eindeutige Beschwerden eine schnelle und bequeme Lösung. Sie erspart dir Wartezeiten und unnötigen Stress, wenn du dich ohnehin nicht wohlfühlst.
Wichtig ist, dass du sie nur bei wirklich leichten Beschwerden nutzt und bei ernsteren Symptomen lieber den Weg über einen Videocall oder einen persönlichen Arztbesuch wählst. So bist du auf der sicheren Seite – gesundheitlich und gegenüber deinem Arbeitgeber.